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Täter-Opfer-Ausgleich

Das Bundesministerium der Justiz hat den Bericht »Täter-Opfer-Ausgleich in der Entwicklung« vorgelegt. Der Bericht analysiert die Täter-Opfer-Ausgleichsstatistik für den Zeitraum von 1993 bis 2002 und erklärt unter anderem, durch wen ein Täter-Opfer-Ausgleich angeregt wird, wie häufig und bei welchen Delikten er angewandt wird. »Es ist zu begrüßen, dass der Täter-Opfer-Ausgleich bei einem breiten Deliktsspektrum angewandt wird und es häufig gelingt, einen Ausgleich zwischen Beschuldigten und Geschädigten herbeizuführen«, sagte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries: »Die Auswertung macht deutlich, dass sich der Täter-Opfer-Ausgleich in der Praxis auch bei mittelschweren Delikten etabliert hat und nicht mehr wegzudenken ist.« Grundidee des Täter-Opfer-Ausgleichs ist es, Konflikte, die im Zusammenhang mit einer Straftat stehen, unmittelbar mit den Beteiligten beizulegen. Tätern und Opfern wird die Gelegenheit gegeben, den Konflikt zu klären und den Ausgleich des verursachten Schadens zu regeln. Nach der Studie waren durchschnittlich etwa Zweidrittel der Geschädigten, die von den Ausgleichsstellen angeschrieben wurden, bereit, sich mit dem Beschuldigten an einen Tisch zu setzen. Am häufigsten wurden Ausgleichsversuche bei Körperverletzungsdelikten unternommen: Diese Delikte machten im Jahr 2002 knapp 50 Prozent aller Täter-Opfer-Ausgleichsfälle aus. Die Ergebnisse zeigen weiter, dass der Täter-Opfer-Ausgleich überwiegend durch die Staats- und Amtsanwaltschaften im Ermittlungsverfahren anregt wurde: Von ihnen ging im Jahr 2002 in fast 80 Prozent aller Täter-Opfer-Ausgleichsfälle die Initiative aus. Die Dokumentation wurde von der Forschungsgruppe Täter-Opfer-Ausgleich im Auftrag des Bundesministeriums der Justiz erarbeitet. »Diese Studie stellt für die strafrechtliche Praxis und die kriminologische Forschung eine wertvolle Informationsquelle dar, welche so in Europa einzigartig sein dürfte«, so Zypries. Die elektronische Fassung ist ab sofort auf der Internetseite des Bundesjustizministeriums unter   www.bmj.bund.de/toa   verfügbar....

21.03.2005

Artikellink:http://www.bmj.de/enid/58.html?presseartikel_id=1925